ATw macht handyfrei

Offen für Offline – das ATw wird handyfrei

Ab dem 20. August 2026 ist die Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg eine handyfreie Schule.

Die Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg versteht sich als ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche gut lernen und sich frei entfalten können. Zu diesem Anspruch gehört für uns, die Bedingungen für konzentriertes Arbeiten, für echte Begegnung und für ein gutes Miteinander immer wieder neu in den Blick zu nehmen. Aus dieser Haltung heraus haben wir uns für einen Schritt entschieden, der unseren Schulalltag spürbar verändern wird: Mit Beginn des Schuljahres 2026/27 ist das ATw handyfrei.

Eine Veränderung dieser Tragweite kann nur gelingen, wenn sie von der gesamten Schulgemeinschaft getragen wird. Deshalb sind wir den Weg dorthin gemeinsam und in mehreren Schritten gegangen. Bereits im September 2025 sprach sich die Gesamtkonferenz in einem ersten Meinungsbild mit großer Mehrheit für eine handyfreie Schule aus. Im Dezember 2025 wurde das Vorhaben im Elternrat ausführlich erläutert, diskutiert und befürwortet. Zu Beginn des Jahres 2026 stimmte dann die Gesamtkonferenz dem Antrag der Schulleitung zur Änderung der Handyregelung zu.
Auch die Schülerinnen und Schüler waren von Beginn an informiert: Im Februar 2026 stellte die Schulleitung die geplante Regeländerung in den Klassen 5 bis 14 vor, anschließend berieten die Jahrgangsparlamente. Die Schulkonferenz als oberstes Gremium der Schule beschloss dann die Änderung der Handyregelung.
Hinter der neuen Regel steht kein kurzfristiger Beschluss, sie ist vielmehr ein Ergebnis umfassender Überlegungen und Abwägungen in der gesamten Schulgemeinschaft.

Unsere Entscheidung beruht auf unseren Erfahrungen aus dem Schulalltag und auf unserem pädagogischen Anspruch. Ohne die ständige Ablenkung durch Nachrichten und Apps können sich Schülerinnen und Schüler besser auf den Unterricht konzentrieren und Lerninhalte nachhaltiger aufnehmen. Wer in den Pausen nicht auf ein Display schaut, kommt eher miteinander ins Gespräch – Begegnung und Gemeinschaft gewinnen wieder an Raum, und Freundschaften werden gestärkt. Konflikte werden zudem seltener im digitalen Raum ausgetragen und lassen sich direkt und respektvoll vor Ort klären.
Ein handyfreier Schultag bedeutet auch weniger Druck: Niemand muss ständig erreichbar sein oder Nachrichten im Blick behalten. Das schafft Ruhe und entlastet spürbar. Darüber hinaus möchten wir einen bewussten und reflektierten Umgang mit digitalen Medien fördern – dazu gehört, dass Schule ganz selbstverständlich Zeiten ohne Bildschirm anbietet.
Und schließlich geht es um Fairness: Wenn Handys im Schulalltag keine Rolle spielen, ist auch unerheblich, wer das neueste Modell besitzt. Für alle gelten dieselben Voraussetzungen.

Eine handyfreie Schule verschließt dabei nicht die Augen vor der Lebenswirklichkeit junger Menschen. Das Gegenteil ist der Fall. Medienkompetenz entsteht nicht dadurch, dass man Geräte möglichst ständig nutzt – sie will gelernt sein. Gerade deshalb vermitteln wir den verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit digitalen Medien bewusst und gezielt im Unterricht: Schülerinnen und Schüler lernen, Inhalte einzuordnen, Quellen zu hinterfragen und Chancen wie Risiken digitaler Werkzeuge realistisch einzuschätzen. Digitale Bildung bleibt ein fester Bestandteil unseres Unterrichts und unseres Bildungsauftrags.
Zugleich ist es uns aber wichtig, eine gute Balance zu vermitteln – zwischen Technik auf der einen und unmittelbarem Miteinander, Bewegung und Naturerfahrung auf der anderen Seite. Wer souverän mit Medien umgehen soll, muss auch erfahren, dass es Zeiten ohne Bildschirm gibt und welchen Wert sie haben. Eine handyfreie Schule bereitet auf die digitale Welt also nicht weniger, sondern bewusster vor.

Eine handyfreie Schule lebt davon, dass alle sie gemeinsam tragen – und dass die Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen. Für das gesamte pädagogische und nicht-pädagogische Personal gilt deshalb: Private Handynutzung ist im schulischen Raum nicht sichtbar. Dienstlich bleibt das Smartphone selbstverständlich nutzbar, etwa für organisatorische Aufgaben oder Notfälle. Diese Vorbildfunktion ist uns wichtig, denn Kinder und Jugendliche orientieren sich an dem, was sie täglich erleben.

Auch alle Besucherinnen und Besucher sowie Gäste bitten wir, unser Anliegen mitzutragen: Wer zu uns kommt, ist herzlich willkommen – und trägt mit einem zurückhaltenden Umgang mit dem eigenen Handy dazu bei, dass die ruhige, zugewandte Atmosphäre erhalten bleibt, die wir uns für unsere Schülerinnen und Schüler wünschen.

 

Zeit für das, was zählt

Am Ende geht es uns um etwas Einfaches: Wir möchten den Kindern und Jugendlichen Zeit und Aufmerksamkeit zurückgeben – für das Lernen, für Freundschaften und für die Entdeckung der eigenen Stärken. Manche Fähigkeiten zeigen sich erst, wenn man sie wirklich ausprobiert und nicht ständig abgelenkt ist. Genau dafür schaffen wir Raum. Die Schulzeit ist einmalig; sie ist die Zeit, in der junge Menschen herausfinden können, was in ihnen steckt. Ein kurzer Moment offline kann dabei der Anfang sein.

Die Regel in Grundzügen

Die neue Regelung ist klar und im Alltag gut umsetzbar. Während des gesamten Schultages sind Handys ausgeschaltet und sicher verstaut – im Schließfach in der Klasse oder in einem gemieteten Fach, ersatzweise in der Schultasche. Entsprechend gilt: Auch Smartwatches und Kopfhörer haben im Schulalltag Pause.

Unsere Regel ist kein Verzicht auf digitale Bildung. Digitale Endgeräte können weiterhin gezielt für unterrichtliche und Arbeitszwecke genutzt werden, wenn die Pädagoginnen und Pädagogen dies vorsehen. Es geht uns nicht darum, Technik aus der Schule zu verbannen, sondern darum, ihren Einsatz bewusst und sinnvoll zu gestalten.

Wenn sich jemand nicht an die Regel hält, wird sein Handy eingesammelt und im Schulbüro verwahrt. Dort kann es von den Sorgeberechtigten am selben Nachmittag in einem festen Zeitfenster abgeholt werden. In besonders begründeten Fällen – etwa bei medizinischen Notwendigkeiten – sind Ausnahmen von der Regel möglich.